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Faszination Bonsai in der Markthalle Burgdorf
Die jährlich stattfindende Bonsai- & Suiseki- Ausstellung findet in diesem Jahr vom 23. und 24. Mai 2009 in der Markthalle Burgdorf statt. Rund 200 Bonsai nationaler und internationaler Bonsai-Liebhaber werden an der grössten Bonsai-Ausstellung der Schweiz einem interessierten Publikum vorgestellt. Die ausgestellten Bonsai haben mit den, in vielen Pflanzenzentren zum Verkauf angebotenen Bonsai nichts gemein. Vielmehr sind es liebevoll und mit Geduld gestaltete Miniatur-Bäume, welche aus Samen und Stecklingen gezogen oder aus der Natur gesammelten Bäumen kunstvoll gestaltet wurden. Dem Besucher präsentieren sich spektakuläre Baum-Skulpturen und lieblich anmutende, naturnahe Miniatur-Bäume. Darunter befinden sich aus Japan importierte Meisterwerke, mehrheitlich aber Baum-Gestaltungen aus einheimischen Baumarten von bemerkenswerter Qualität.
An den zahlreich vorhanden Informations- und Verkaufsständen wird das Publikum fachkundig über das faszinierende und für jedermann erlernbare Hobby informiert. An beiden Tagen finden live Gestaltungsdemonstrationen erfahrener Baumgestalter statt, wo aus sogenanntem Rohmaterial Bonsai von grosser Zukunft erschaffen werden.
Suiseki, Landschafts- und Objektsteine
Neben den ausgestellten Bonsai gibt es an der Ausstellung auch Suiseki zu entdecken. Suiseki sind ausdrucksstarke Landschafts- und Objektsteine mit besonderer Form, Farbe und Textur. Sie stellen Berg-, Fluss- und Seenlandschaften dar oder erinnern mit ihren Formen an Tiere und Skulpturen. Suiseki werden gerne als Beistellobjekte zu Bonsai ausgestellt, sind aber aufgrund ihres meditativen Charakters auch beliebte und ausdruckstarke Einzelausstellungsstücke.
Weitere Highlights der Ausstellung bildet die Fotoausstellung „Japan – im Land der aufgehenden Sonne“ von Jasmin Ilg sowie eine Orchideen-Ausstellung des Orchideenvereins Mittelland.
Der Besuch der Bonsai und Suiseki- Ausstellung in der Markthalle Burgdorf kostet CHF 10.- für Erwachsene, CHF 5.- für Lehrlinge, Kinder Gratis. Die Markthalle Burgdorf ist am Samstag von 10.00 – 18.00 Uhr und Sonntags von 10.00 – 17.00 Uhr geöffnet.
Bonsai
Nach altem chinesischen Verständnis ist Bonsai die Kunst, eine Harmonie zwischen den Naturelementen, der belebten Natur und dem Menschen in miniaturisierter Form darzustellen: Die belebte Natur wird hierbei meist durch einen Baum dargestellt. Die Naturkräfte vertritt - nach einem anderen Ausdruck für Landschaft shanshui (wörtlich) "Berg und Wasser" - ein Stein und feiner Kies (der traditionell in Gärten Wasser symbolisiert). Der Mensch wird in Form seines Werks, einer Pflanzschale, dargestellt. Nur der Einklang dieser drei Elemente macht einen gelungenen Bonsai aus.
Im westlichen - vom weltanschaulichen auf das rein formal-ästhetische reduzierten - Verständnis bezeichnet das Wort den Bonsai-Baum: Dieser ist ein in einem Pflanzgefäß gezogener Baum, der durch Kulturmaßnahmen (Formschnitt, Wurzelschnitt, Blattschnitt, Drahtung) klein gehalten wird und in künstlerischer Gestaltung in eine gewünschte Wuchsform gebracht wird. Diese folgt den Prinzipien des Wabi und Sabi der Zen-Kultur und den - teils konfuzianisch, teils taoistisch beeinflussten - Baumdarstellungen der klassischen chinesischen Malerei.
In Japan werden Bonsai im Garten oder in der Tokonoma, einer gestalterisch hervorgehobenen Nische im Zimmer aufgestellt. Bonsai-Bäume können bei guter Pflege viele hundert Jahre alt und sehr wertvoll werden.
Für Bonsai eignen sich alle verholzenden, kleinblättrigen bzw. kleinnadligen Baum- und Straucharten gut.
Traditionell werden Kiefern, Wacholder, Ahorne, asiatische Ulmenarten, Azaleen, Fruchtbäume wie Kulturapfel oder japanische Aprikose verwendet. In unseren Breiten nimmt man vorwiegend einheimische Gehölze, die an unser Klima angepasst sind, aber auch winterharte Pflanzen aus Japan und anderen Ländern. Besonders beliebt sind kleinblättrige Ahornarten - unter ihnen die rotblättrigen japanischen Ahornsorten - Kiefern, Fichten, Buchen und Wacholder. Im Zuge der Verbreitung der Bonsaikultur auch im westlichen Kulturkreis wurden die Bonsai-Techniken auch auf verholzende Zimmerpflanzen übertragen, so dass hier heute zwischen Indoor und Outdoor unterschieden wird, wobei sich einzig kleinblättrige Arten der Gattung Ficus als so robust und anpassungsfähig erwiesen haben, dass sie problemlos als Indoor-Bonsai gehalten werden können.
Suiseki - Landschaft- und Objektsteine
Suiseki ist die Kunst in der Natur vorgefundene Steine in meditativ ansprechender Weise zu präsentieren.„Suiseki“ setzt sich aus den japanischen Wörtern Sui = Wasser und seki = Stein zusammen. Geläufig ist ebenfalls die Bezeichnung als chinesischer Gelehrtenstein.
Vor etwa 2000 Jahren begannen die Chinesen Gelehrtensteine in der hohen Beamtenschaft und in Künstlerzirkeln gemeinsam mit Kalligraphien und Bildern auszustellen, weshalb Suiseki eigentlich ein Aspekt der chinesischen Kunst ist. Ab dem 6. Jahrhundert übernahmen die Koreaner und die Japaner die Suiseki-Kunst. Kleinere Gelehrtensteine befinden sich meistens in Innenräumen, größere Steine nehmen besonders in der chinesischen Gartenkunst eine zentrale Rolle ein.
Suiseki werden in der Regel auf zwei verschiedene Weisen präsentiert: Der Stein wird mit einem Holzsockel „Daiza“ versehen oder er wird in ein wasserdichtes Tablett oder Schale aus Keramik Suiban oder Bronze Doban gelegt.
Bei diesen Steinen handelt es sich nicht um irgendwelche Steine, es müssen ausdrucksstarke Steine mit besonderer Form, Farbe und Textur sein. Man unterscheidet zwischen Landschafts- und Objektsteinen. Erstere spiegeln Landschaften wie Berge, Seen oder Flüsse wieder, während Objektsteine Formen besitzen, die an Tiere oder Skulpturen erinnern. Die Steine sind natürlichen Ursprunges und werden in Flüssen, Meeren sowie Karstgebieten gefunden. Sie dürfen vom Menschen nicht formgebend bearbeitet werden. Eine Ausnahme hierbei bildet das Schneiden von Steinen um dadurch den zu repräsentierenden Teil vom Rest des Steines zu trennen oder um eine plane Grundfläche für eine ansprechende Präsentation zu schaffen.